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Was ist der Unterschied zwischen Hypnose und Hypnose?

Als ich vor über 40 Jahren meine ersten praktischen Versuche mit Hypnose unternommen habe, hat sich diese Frage erübrigt. Es gab nur "Hypnose" und die beherrschten nur sehr wenige Menschen in diesem Land und auch weltweit. Inzwischen gibt es neben der klassischen (ursprünglichen) Hypnose zig Variationen mit zig unterschiedlichen Namen, wie "moderne Hypnose", "klinische Hypnosetherapie", "Hypnose nach Erickson", "Aktiv-Wachhypnose", "therapeutische Hypnose", usw. und es wird anstatt mit Suggestionen z.B. mit "hypnotischen Sprachmustern" gearbeitet. Es gibt direkte und indirekte Techniken und die Einleitung der Hypnose dauert je nach Technik zwischen Sekunden, Minuten, Stunden oder es wird gar keine Hypnose induziert, obwohl der Name mit "... Hypnose" endet. Vielleicht vermisst hier der Eine oder Andere den Begriff "Showhypnose". Showhypnose ist jedoch keine spezielle Form der Hypnosetechnik, sondern im Prinzip "nur" die Durchführung der klassischen Hypnose zum Zwecke der Unterhaltung, im Gegensatz zur Hypnosetherapie, die die Anwendung der Hypnose zu Therapiezwecken bezeichnet. Alle anderen Bezeichnungen haben teilweise außer dem inbegriffenen Wort "Hypnose" nur wenig bis gar nichts mit Hypnose zu tun. Oft werden auch neue Namen zu Marketingzwecken erfunden.

Die klassische (ursprüngliche) Hypnose ist eine direkte Technik, bei der das Un(ter)bewusstsein direkt und unter möglichst großer Umgehung des Wachbewusstseins angesprochen wird. Die Hypnosetiefe bezieht sich hierbei auf die Einschränkung des Zensors im Wachbewusstsein. Das Un(ter)bewusstsein hingegen nimmt jede Suggestion wortwörtlich und als wahr an. Somit wird es möglich, das Un(ter)bewusstsein wie einen Computer zu programmieren. Die einfachste Raucherentwöhnung wäre im Rahmen der direkten, klassischen Hypnose zum Beispiel in tiefer Trance der Spruch "ab sofort bist du Nichtraucher". Das funktioniert in tiefer Trance, da das Un(ter)bewusstsein, auf das der Hypnotiseur direkten Zugriff bekommt wie ein Administrator bei einem Computer, nicht mehr unterscheidet zwischen "wahr" und "unwahr" und die Suggestionen genauso durchführt, wie ein Computer, den man programmiert. Die Hypnose würde in diesem Fall dem Administratorzugang, der Programmierarbeiten ermöglicht, entsprechen. Der Hypnotiseur ist in diesem Vergleich der Programmierer, der fehlerhafte Programme ausbessert, neue hinzufügt, oder nicht mehr notwendige Programme löscht. Bei der klassischen Hypnose kann man mit dem Hypnotisanden ganz normal sprechen, während das Un(ter)bewusstsein den Suggestionen folgt. Mit ganz einfachen Mitteln wird es möglich, posthypnotische Suggestionen zu setzen, also wenn - dann Bedingungen. Mit Hilfe der klassischen Hypnose sind auch Hypnoseshows völlig problemlos durchführbar. Im Prinzip wird nahezu alles möglich, sobald eine entsprechende Trancetiefe eingetreten ist. Die Techniken sind sehr einfach zu erlernen und der Hypnotiseur ist in der Lage ganz normal zu reden (ja, das Un(ter)bewusstsein versteht auch "nein", "nicht" und andere Negationen. Man muss nur darauf achten, dass die Suggestionen nicht mehrdeutig sind und man muss wissen, dass das Un(ter)bewusstsein alles als wahr und gegeben annimmt und umsetzt. Die klassische Hypnose ist demnach die sicherlich einfachste und effektivste Variante.

Doch warum einfach, wenn es umständlich auch geht. Gibt man dem Kind einen neuen Namen, muss natürlich auch eine andere, oder eine besondere Technik her. Nachdem die effektivsten Techniken jedoch schon seit Jahrtausenden existieren, ließ man sich etwas neues einfallen. Mit der Begründung, die direkte, klassische Hypnose wäre zu autoritär, wurde die "indirekte Hypnose" entwickelt und unter verschiedenen Namen verbreitet. Das Problem ist nur, dass der Begriff "Hypnose" schon lange existiert und die direkte Variante meint. Somit gibt es prinzipiell keine "indirekte Hypnose". Mit den indirekten Techniken (z.B. hypnotische Sprachmuster), ist es meines Wissens nicht möglich, eine Showhypnose durchzuführen oder jemanden gegen seinen Willen zu Dingen zu bewegen, die er normalerweise nie tun würde. Mit echter, klassischer Hypnose jedoch problemlos. Das all diese Dinge nicht möglich sind, wird dann logischerweise als Vorteil gewertet. Bildlich könnte man also die klassische Hypnose mit einer Vollnarkose vergleichen, während die indirekten Varianten einer Schmerztablette entsprechen. Die erreichbaren Möglichkeiten sind demnach extrem eingeschränkt oder gar unmöglich.

Doch warum verbreiten sich die indirekten Techniken nun so sehr?

Genauso wenig, wie ein Klient, der keine Ahnung von den verschiedenen Möglichkeiten und Techniken hat, unterscheiden kann, was wirklich effektiv ist und was nicht, kann es ein Hypnoseschüler, der sich nicht in alter (!) Literatur informiert, ebensowenig entscheiden. Eine tolle Homepage kann man kaufen oder mit Talent auch selbst programmieren, schöne Bilder gibt es in Bilddatenbanken und geglaubt wird, was geschrieben steht.

Da nun alles mögliche als "Hypnose" bezeichnet wird, wird die ursprünglich effiziente Technik völlig verwässert. Die Coaches und Therapeuten, die ausgebildet werden, glauben in aller Regel ihrem Ausbilder. Dem ging es natürlich vorher ebenso. Woher soll er auch wissen, was früher an der Tagesordnung war? Und "modern" klingt auch besser, auch wenn "modern" in diesem Fall bedeutet, dass die Technik gar keine Hypnose mehr ist.

Um zum Thema Raucherentwöhnung zurück zu kommen. Mit "hypnotischen Sprachmustern" (was soll das eigentlich sein?) würde das zum Beispiel so aussehen: Nachdem keine oder nur eine leichte Hypnose ellenlang eingeleitet wurde, muss das Wachbewusstsein ausgetrickst werden. Ein Satz könnte dann lauten: "Ich sage Dir nicht, etwas Bestimmtes zu tun, weil das würdest Du sowieso nicht tun. Ich frage mich nur, wieviel Freude Du haben wirst, wenn du aufhörst zu rauchen". Das hat zwar nichts, nicht einmal das Geringste mit der ursprünglichen Hypnose zu tun, wird jedoch als Hypnose verkauft.

Warum reite ich eigentlich immer wieder darauf herum? Ganz einfach. Echte Hypnose ist sehr effektiv und hat viele, viele Möglichkeiten, die andere Varianten mit dem Namen "Hypnose" nicht bieten können. Daran ändert sich auch nichts, wenn hier tausende herum laufen, sich als Hypnotiseur bezeichnen und im Prinzip nur NLP durchführen. Daran ändert sich auch nichts, dass es Menschen gibt, die aus Angst oder anderen Beweggründen Schwierigkeiten haben, sehr schnell tiefe Trancezustände zu erreichen, Wesentlich problemloser würde ich es sehen, wenn die indirekten Techniken einfach einen komplett anderen Namen bekämen. Somit wäre es auch für den Laien unterscheidbar.

Der Einwand, den ich immer wieder höre, dass tiefe Hypnose dazu führt, dass sich der Klient hinterher möglicherweise nicht mehr erinnern kann (ein Zeichen der tiefen Trance/Somnambulismus). Denn eine einzige Suggestion genügt und das Wissen wird wieder bewusst.

Allen "Hypnotiseuren", die nun immer noch vom Blatt ablesen, weil sie kein "nein" und "nicht" verwenden dürfen und ellenlange Schachtelsätze auswendig lernen, kann ich daher nur raten, sich die klassische, ursprüngliche Hypnose einmal anzusehen. Es funktioniert viel schneller, geht viel tiefer und ist viel effizienter!

Allen, die einen Therapeuten suchen, sollten diese Unterschiede klar sein, um erkennen zu können, ob tatsächlich hypnotisiert wird, oder ob hier nur jemand versucht, wie ein Computerhacker, das Wachbewusstsein auszutricksen. 

"Das gibt es nicht!" - Höre ich immer wieder. Kann...
2018 - neues Jahr - neue Webseite - neuer Blog!

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Wolfgang Künzel (Alexander Cain®)

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