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Gefahren der Hypnose

Aber keine Panik! Richtig durchgeführt ist eine Hypnose nicht gefährlich, sondern unglaublich nützlich!

Grundsätzlich kann man mehrere Gefahren unterscheiden. Die einzelnen Gefahrenpunkte werden genauer besprochen.

Es können zum Beispiel körperliche Schäden auftreten, wie:

Schäden, die vom Hypnotiseur verursacht werden (z.B. bei Hypnoseshows)

Hierunter verstehe ich alle Schäden, die vorsätzlich oder grob fahrlässig durch den Hypnotiseur zugefügt werden. Ein besonders krasses Beispiel, dass heutzutage von nahezu jedem Bühnenhypnotiseur vorgeführt wird, ist die kataleptische Brücke. Durch Suggestionen wird eine Körperstarre erzeugt. Die hypnotisierte Person wird daraufhin über zwei Stühle gelegt. Meist steigt der Hypnotiseur zum Erstaunen des Publikums auch noch auf die Person drauf. Das Mindeste, was hierbei passiert, ist ein mittlerer bis schwerer Muskelkater aufgrund der Anstrengung, die der Proband vollbringen muss. Ich selbst habe sehr oft erlebt, dass der Proband vorher in keiner Weise über eventuelle Beschwerden, Gebrechen, Operationen oder gar Schwangerschaft befragt wurde. So erstaunt es auch nicht, dass es bei der kataleptischen Brücke schon zu Hüft- und Meniskusschäden gekommen ist, von denen mir Betroffene berichtet haben. Die betroffenen Hypnotiseure wissen, dass sie gemeint sind und tun es trotzdem weiterhin, da es sich um den Effekt bei Ihrer Veranstaltung handelt.

Ein weiteres Unding, dass ich selbst live erlebt habe, ist das Durchstechen von Körperteilen, wie Arm oder Kehlkopffalte. Das ist Körperverletzung und es wurden schon Hypnotiseure deswegen von der Bühne weg verhaftet! Trotzdem macht diese Unart nicht einmal vor sogenannten "Koryphäen" auf dem Gebiet der Hypnose halt. So hat Herr Professor Bongartz Anfang des Jahres 2001 im Studio des SWR bei einer Live-Sendung (Nachgefragt) zum einem Bericht von "Report aus Mainz", zu Demonstrationszwecken einem Hypnosemedium eine nicht mehr sterile Nadel, die er während der Hypnoseinduktion (ausgepackt, also das blanke Metall) zwischen seinen Fingern gedreht hat, ohne vorherige Hautdesinfektion in den Arm gestochen...

Ganz davon abgesehen, dass in der Regel die Benutzung von offenem Feuer in Discotheken verboten ist, gibt es immer wieder Hypnotiseure, die als Konzentrationspunkt ein loderndes Feuer bevorzugen. Mindestens einmal ist es dabei auch zu einem schweren Unfall gekommen. Eine Person ist in das Feuer gestürzt und hat sich schwere Brandverletzungen zugezogen. Soviel zum Leichtsinn von Show-Hypnotiseuren. Der Gemeinte ist inzwischen verstorben...

*Schade* an dieser Stelle hatte ich zwei Youtube-Videos verlinkt, von Kollegen, die nach über 20 Jahren Bühne leider immer noch nicht wissen, dass der menschliche Körper nicht dafür geeignet ist darauf zu steigen während man ihn völlig steif macht. Leider wird fleissig weiter gemacht und nur das Video entfernt...

Erste Hilfe:

Wenn aufgrund solcher Demonstrationen ein Schaden entstanden ist, darf man dem Probanden unter keinen Umständen eine dauerhafte Anästhesie suggerieren. Schmerzen sind ein Alarmsignal des Körpers. Werden Schmerzen durch eine hypnotische Betäubung unterbunden, wird in vielen Fällen eine Verschlimmerung eintreten. So geschehen in einer Diskothek: Die Probandin hatte einen Meniskusschaden, der jedoch während der Hypnose nicht auffiel. Anstatt zu humpeln, lief das Mädchen in Trance völlig normal. Der Hypnotiseur führte eine Katalepsie durch. Nach der Veranstaltung klagte das Mädchen über Schmerzen im Knie. Der Hypnotiseur nahm ihr suggestiv die Schmerzen und sie ging ganz normal nach Hause. Auch an den folgenden Tagen belastete sie ihr Knie ganz normal. Das hatte eine Verschlimmerung der Verletzung zur Folge und sie musste daraufhin operiert werden. Die Operation wäre unnötig gewesen, wenn sie die Schmerzen wahrgenommen und ihr Knie entsprechend geschont hätte.

Wenn ein größerer Schaden entstanden ist, ist der Hypnotiseur zur Schadensbegrenzung verpflichtet! Ein Arzt ist in jedem Fall zu konsultieren!

Blutdrucksenkung bei Kreislauferkrankungen (z.B. Kreislaufkollaps)

Einem Hypnotiseur sollte es hinreichend bekannt sein, dass im Laufe der Hypnose Puls und Blutdruck teils drastisch gesenkt werden. Aus diesem Grund ist bei Probanden mit dekompensierter Herzinsuffizienz, niedrigem Blutdruck, Herzfehlern, Herzschrittmachern, usw. Vorsicht geboten. Solche Personen sollten nur unter ärztlicher Aufsicht hypnotisiert werden um die Gefahr eines Kreislaufkollaps auszuschliessen. Viel zu oft wird es jedoch leider schlichtweg vergessen, die Probanden darauf hinzuweisen. Eine Person mit z.B. niedrigem Blutdruck kann daher bei einer Hypnose einen Kreislaufkollaps erleiden.

Erste Hilfe:

Die erste Hilfe bei Kreislaufproblemen lernt man in jedem Erste Hilfe Kurs. Auf jeden Fall ist die Hypnose sofort aufzulösen, sofern das noch möglich ist. Bei leichten Problemen (Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen) genügt es oft, wenn ein stabiler Kreislauf und eine Erhöhung des Blutdrucks während der Auflösung suggeriert wird. Auch helfen frische Luft, eine Tasse Kaffee oder ein Glas Sekt (wenn die Person nicht mehr Autofahren oder Maschinen bedienen muss). Bei größeren Problemen kann man die Beine hochlagern oder gar eine Selbsttransfusion einleiten (Beine im 90 Grad Winkel nach oben halten). Wenn Bewusstlosigkeit eingetreten ist (nicht zu verwechseln mit tiefer Trance - in diesem Zustand ist die Person ansprechbar), ist nach der stabilen Seitenlage auf alle Fälle der Notarzt zu verständigen. Der Puls ist ständig zu kontrollieren! Man darf - besonders bei Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit (langanhaltende Ohnmacht) - das nicht auf die leichte Schulter nehmen! Auch eine kurzfristige Unterversorgung des Gehirns kann zu irreparablen Schäden führen! Bei Atemstillstand muss sofort beatmet werden. Erbrochenes muss sofort aus dem Rachenraum entfernt werden. Herzmassage ist dagegen ausgebildeten Personen vorbehalten.

Vorbeugend wird man Personen mit solchen Problemen nicht hypnotisieren!

Schäden durch falsche Suggestionen (z.B. Brandblasen, o.ä.)

Je nachdem, wie tief der hypnotische Zustand ist, ist es möglich Körperfunktionen, die normalerweise vom vegetativen Nervensystem unbewusst gesteuert werden, direkt zu beeinflussen. Ein besonders krasses Beispiel ist hierbei die Erzeugung von Brandblasen durch reine Suggestion. Bei vielen Hypnosedemonstrationen wird der Zustand "heiß" suggeriert. Da der Hypnotiseur jedoch nicht definiert wie heiß ein Gegenstand genau ist, besteht die Möglichkeit, dass durch die Suggestion dem Gehirn eine Verbrennung gemeldet wird. Daraufhin wird der normale Schutzvorgang ausgelöst. Das Gehirn meldet zurück, dass an der angeblich verbrannten Stelle Wasser angesammelt werden soll um die unteren Hautschichten zu schützen. Es entsteht die berühmte Brandblase – ohne direkte Einwirkung von Hitze. Genauso gefährlich sind um Beispiel suggerierte Stromschläge (z.B. "Du bekommst einen 100.000 Volt Stromschlag"), die theoretisch zum Herzstillstand oder zu Muskelkrämpfen führen können. Schon die Suggestion eines abstürzenden Flugzeuges, in dem sich der Proband befindet, führt außer der Panik zu einer massiven Erhöhung des Pulsschlages und zu weitern Körperreaktionen, die im Extremfall tödlich enden können!

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Vorsicht ist daher immer geboten, wenn Körperfunktionen direkt oder indirekt beeinflusst werden.

Erste Hilfe:

Die Suggestion st sofort zurückzunehmen und Gegensuggestionen sind einzuleiten. Zum Beispiel wird man Kühle an der verbrannten Stelle suggerieren, oder zumindest Wohlempfinden. Im Extremfall ist der Arzt hinzuzuziehen!

Unfälle, verursacht durch falsche Suggestion oder Kreislaufkollaps

Ein Kreislaufkollaps ist nicht nur aufgrund der Blutdrucksenkung gefährlich. Wenn die Person dadurch fällt, ist die Gefahr einer lebensgefährlichen Verletzung durch den Sturz noch viel größer als die durch den Kreislaufkollaps selbst. Aus diesem Grund muss bei Personen, die das geringste Anzeichen (schwanken z.B.) eines Kreislaufproblems zeigen, ein Sturz, oder ähnliches ausgeschlossen werden. Aber auch Suggestionen können zu Verletzungen führen. So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch deren Reaktionen. So kann eine suggerierte Angst oder Panik zu einer überstürzten Flucht führen, bei der sich der Proband verletzt. Daher sind alle Suggestionen, die zu überstürztem Verhalten der Probanden führen grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. In jedem Fall müssen hier suggestive Sicherungen eingebaut werden! Auch ein suggerierter Vollrausch kann selbstverständlich, durch die Ausfallerscheinungen einer Trunkenheit bedingt, zu Unfällen führen. Bevor so etwas suggeriert wird, sollte also auf jeden Fall eine Person bereitstehen um eingreifen zu können.

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen. Es dürfen keine Schmerzen suggestiv genommen werden um größere Verletzungen zu vermeiden (siehe oben). Je nach Schwere der Verletzung ist erste Hilfe zu leisten und evtl. der Arzt / Notarzt zu holen!

Schäden, die durch Überanstrengung wegen falscher Suggestion eintreten

In Hypnose ist es möglich, dem Körper Kraftreserven abzuverlangen, die normalerweise nur zum Schutz vor Gefahren da sind. So kann ein Mensch in Todesangst – oder in Hypnose – Dinge vollbringen, die er im ganz normalen Wachzustand nie tun könnte. Das wird manchmal bei Wettkämpfen eingesetzt. Aber auch in anderen Situationen kann es zu solchen Reaktionen kommen. So kann zum Beispiel die Suggestion, einen Weltrekord in irgendeiner Disziplin aufstellen zu müssen, zur totalen Erschöpfung oder Überanstrengung führen. Da, wie schon erwähnt, diese Kraftreserven für den absoluten Notfall oder Extremsituationen reserviert sind, ist deren Aktivierung durch Suggestion äußerst gefährlich!

Erste Hilfe:

Man sollte in diesem Fall Ruhe suggerieren. Bei kompletter Erschöpfung darf der Proband nicht alleine gelassen werden. Auf jeden Fall muss dafür gesorgt werden, dass der Proband nicht sofort Auto fährt, o.ä. Im Extremfall muss der Arzt gerufen werden.

Schäden durch Suggestionen, die Todesangst einjagen (theoretisch ist auch Tot möglich!)

Alle Suggestionen, bei denen Todesangst eintritt, sind sehr gefährlich und nicht kontrollierbar. So haben wir unter ärztlicher Aufsicht mit angeschlossenem EKG, EEG, usw. im Schlaflabor einer Person einen Flugzeugabsturz suggeriert. Der Puls stieg in kürzester Zeit von 60 auf über 140 (hier wurde der Versuch abgebrochen). Ebenso stieg die Atemfrequenz stark an. Die Gefahren sind hier die Hyperventilation und die Gefahr eines Herzanfalls. Ganz zu schweigen von psychischen Schäden, die dadurch eintreten können. Solche Suggestionen sind also auf jeden Fall zu unterlassen!

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist sofort aufzulösen und Ruhe, Wohlbefinden, sowie Stabilisierung des Kreislaufs und normaler Puls und Atmung zu suggerieren. Im Extremfall gilt - wie immer: Arzt holen!

Allergien durch suggerierte oder gegebene Dinge, auf die der Proband allergisch reagiert.

Sehr oft werden zu Demonstrationszwecken irgendwelche Lebensmittel, Früchte wie Zitronen, oder Getränke verabreicht. Hierbei besteht grundsätzlich die Gefahr eines allergischen Schocks, sofern der Proband auf das Lebensmittel allergisch reagiert. Aus diesem Grund ist eine Allergie auf jeden Fall vor der Verabreichung von Lebensmitteln auszuschließen! Leider wird das ganz besonders bei Bühnenhypnosen oft vergessen. Auch wenn, wie mir schon berichtet wurde, in Hypnose die allergische Reaktion ausbleibt (der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist fragwürdig), ist es ein Unding, wissentlich Stoffe zu geben, oder zu suggerieren (!), die im Normalfall eine Allergie auslösen würden. Ein allergischer Schock kann übrigens auch zum Tod führen!

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen. Zuvor müssen die Suggestionen aufgelöst werden. Bei allergischem Schock besteht höchste Lebensgefahr! In diesem Fall ist das sofortige Eingreifen eines Notarztes unbedingt erforderlich.

Schäden durch Gifte

Eigentlich ist es ein Unding, dass ich diesen Abschnitt mit aufnehmen muss. Jedoch wurde zumindest vor einiger Zeit noch von so manchem Bühnenhypnotiseur (mindestens einer davon war schon in vielen TV-Sendungen zu sehen) Rasierschaum in der Eistüte als Sahne suggeriert... Den Probanden (mit mehreren konnte ich hinterher ein Gespräch führen) ging es nach der Hypnose, bzw. nach dem Rasierschaum hundeelend. Ob diese Körperverletzungen zu Strafanzeigen geführt haben ist mir nicht bekannt. Sollte ein Hypnotiseur jedoch weiterhin derartigen Unfug treiben, rate ich dringend zu einer Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung!

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen. Es dürfen keine Suggestionen gegeben werden, die Wohlbefinden trotz der Vergiftung erzeugen. Je nach Vergiftung ist der Notarzt hinzuzuziehen, bzw. der Giftnotruf zu verständigen. Bei Bewusstlosigkeit ist eine stabile Seitenlage erforderlich. Erbrochenes muss sofort aus dem Rachenraum entfernt werden um Erstickung zu verhindern. Puls und Atmung muss ständig kontrolliert werden. Das Einleiten von Erbrechen darf bei Säuren nicht durchgeführt werden! Bevor solche Maßnahmen ergriffen werden ist der Arzt zu befragen. Das gilt auch für die Gabe von Wasser o.ä.! Je nach Giftart kann das die Verletzung noch verschlimmern! Bei allergischen Reaktionen gilt das beim entsprechenden Thema gesagte.

Rückfall in Drogen- oder Trunksucht durch suggerierten Alkohol / Drogen

Immer wieder schön anzusehen und eigentlich auch ein Phänomen der Hypnose: Der Proband wird durch die Suggestion, er hätte Alkohol getrunken, plötzlich besoffen. Bei einem gesunden Menschen ist diese Suggestion harmlos. Für einen trockenen Alkoholiker jedoch kann diese Suggestion den Rückfall in die Sucht bedeuten!!! Das selbe gilt prinzipiell für jede Art von Suchtmitteln! Bevor eine derartige Suggestion gegeben wird, ist es also unbedingt erforderlich, sich darüber Gewissheit zu verschaffen, dass der Proband kein derartiges Problem hat.

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen und Gegensuggestionen sind zu geben. Es muss unbedingt suggeriert werden, dass der Proband eben reines Wasser, oder eben das nichtalkoholische Getränk getrunken hat. Unterstützend kann man eine Aversion gegen Alkohol suggerieren, die jedoch nicht zu neuerlichen Problemen (Übelkeit, o.ä.) führen darf.

Schäden durch falsch durchgeführte hypnotische Anästhesie

Anästhesie ist die Betäubung von Körperteilen oder auch des ganzen Körpers (örtliche Betäubung oder Vollnarkose). Ganz besonders die örtliche Betäubung ist mittels Hypnose relativ einfach möglich und wird besonders in der Zahnmedizin zum Wohle des Patienten eingesetzt. Du wirst Dich fragen, wie hierdurch ein Schaden entstehen kann. Hierzu muss ich etwas weiter ausholen. Der Schmerz an sich ist ein Warnsignal des Körpers. Schmerz ist nicht dazu da den Menschen zu traktieren, sondern um ihn zu schützen. So würde zum Beispiel ein Mensch mit einer Bänderdehnung im Fuß nie auf die Idee kommen einen Dauerlauf zu machen, weil es viel zu schmerzhaft wäre und mit Sicherheit aus der Dehnung einen Riss machen würde. Würde man dieser Person jedoch mittels Suggestion die Schmerzen nehmen, wäre die Schutzfunktion des Schmerzes ausgeschaltet. Die Gefahr einer weitaus größeren Verletzung ist also so gut wie sicher. Passiert ist dies zum Beispiel nach einer Katalepsie bei einer Hypnoseshow. Der Hypnotiseur stellte sich auf ein junges Mädchen ohne vorher nach körperlichen Gebrechen zu fragen. Das Mädchen hatte jedoch Probleme mit dem Knie, die aufgrund dessen schlimmer wurden. Das Mädchen humpelte daher nach der Veranstaltung. Der Hypnotiseur sah es und suggerierte völlige Schmerzfreiheit im Knie. Das Ende vom Lied war dann eine Meniskusoperation, die leicht hätte vermieden werden können (1. durch Vermeidung der Katalepsie, 2. wenn der Hypnotiseur das Mädchen zum Arzt geschickt hätte, anstatt sein Unvermögen mit solchen Mitteln zu vertuschen).

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen. Es dürfen keine Schmerzen suggestiv genommen werden um notwendige Behandlungen nicht zu verzögern oder Schäden gar zu vergrößern.

Sämtliche körperliche Schäden bei falscher Reinkarnation

Eine falsch durchgeführte Rückführung im jetzigen oder in frühere Leben kann grundsätzlich zu jeder Art von Schädigung führen. Erlebt die Person eine Gefahrensituation, eine Schrecksituation oder ähnliches noch einmal körperlich, werden auch die jeweiligen körperlichen Symptome wieder auftreten. Stell' Dir nur einmal vor, bei einer Reinkarnation sieht sich der Proband brennend auf einem Scheiterhaufen! ... - Mehr zu diesem Thema gibt es auch unter dem entsprechenden Menüpunkt.

Erste Hilfe:

Die Hypnose ist, sofern möglich, sofort aufzulösen. Selbstverständlich muss zunächst der aktuelle Zeitpunkt wieder hergestellt werden. Es ist Wohlbefinden zu suggerieren. Dem Probanden muss suggestiv klargemacht werden, dass es sich nur um eine Erinnerung und nicht um Realität handelte. Wenn körperliche Reaktionen auftreten, ist entsprechend zu handeln (siehe oben). Im Notfall: Arzt rufen!

Psychische Schäden, die hierbei auftreten können, bedürfen meist einer therapeutischen Behandlung.

Anpusten durch den Hypnotiseur

Wer an die Infektionstheorie glaubt, der wird sicherlich Gründe finden, warum das Anpusten ins Gesicht, dass von vielen Hypnotiseuren durchgeführt wird, bestimmt nicht positiv für den Hypnotisanden ist. Andererseits ist es zumindest absolut ekelhaft. Daher bitte nicht nachmachen! Es gibt leider immer noch die üblichen Verdächtigen in der Hypnoseszene, die seit ewigen Zeiten ihren Atem anderen Menschen ins Gesicht pusten um sie aufzuwecken. Erstens handelt es sich dabei maximal um eine Fraktionierung und niemals um eine Hypnoseauflösung. Zweitens ist es mindestens absolut ekelhaft und erzeugt sicherlich häufig einen Ekelkonflikt. Nun fragte ich mich lange Zeit, wie man auf eine solch dumme Idee kommt. Eine Idee hierzu fand ich wiederum bei James Braid, der in seinem Buch "Neurypnology" schrieb, dass kataleptsiche Körperteile durch Anpusten wieder locker werden. Aber völlig egal warum. Es ist und bleibt ein riesengroßer Unsinn! Also bitte nicht nachmachen!

Erste Hilfe:

Wenn sich der Hypnotisand übergibt, weil der Hypnotiseur Mundgeruch hatte: Aufwischen. Um vorzubeugen, ist diese Art der Auslösung verschiedener Trancezustände zu unterlassen. Es gibt viel effektivere Methoden (z.B. Fingerschnippen, zählen, Berührung an der Schulter).

Schäden durch ungewollte Hypnose

Es klingt paradox - wie soll man gegen seinen Willen hypnotisiert werden? Aber es ist sehr leicht möglich. Ich selbst habe es mehrfach erlebt, dass sich Leute, die irgendwann schon einmal einen tiefen Trancezustand erreicht haben, durch einen laufenden Videofilm, mit einer Hypnoseeinleitung darauf, hypnotisiert wurden. Es genügen schon ganz einfache Suggestionstests über ein Medium wie Rundfunk oder TV um übelste Schäden anzurichten. Ich kann mich noch gut an eine Fernsehsendung erinnern, bei der ein Hypnotiseur den Händefalttest anwendete (Hände falten lassen und von 5 bis 0 zählen mit entsprechenden Suggestionen - gute Probanden können die Hände dann nicht mehr öffnen). Viele Zuschauer machten mit und bekamen plötzlich Panik, weil es tatsächlich eintrat was sie nicht erwartet haben. Aufgrund der Panik bekamen sie die Desuggestion nicht mehr mit, was zur Folge hatte, dass in ganz Deutschland Hypnosetherapeuten ausrücken mussten um zusammengeklebte Hände wieder zu lösen. Gelernt haben nur wenige daraus. Immer wieder zeigt das Fernsehen komplette Hypnoseeinleitungen. Was passiert, wenn vielleicht gerade das Essen auf dem Herd steht, das Bügeleisen an ist, oder ähnliches, kann sich jeder vorstellen. Auch ich wurde einmal aufgefordert über den Sender eine Hypnoseeinleitung zu sprechen: Wir hatten im Rahmen der Berichterstattung zur ersten Hypnose CD-ROM ein Rundfunkinterview (live) beim sehr bekannten Hitradio FFH in Frankfurt. Abgesprochen war gar nichts. So kam die Moderatorin auf die Idee den Zuhörern doch einmal zu zeigen, wie Hypnose genau funktioniert. Ich fragte sie daraufhin scherzhaft, wie lange die Verkehrsmeldungen hinterher sein sollen. So manch anderer hätte vielleicht mit wachsender Begeisterung Hessens (und darüber hinaus) Autofahrer hypnotisiert...

Erste Hilfe:

Da der Hypnotiseur meist nicht persönlich anwesend ist, kann man entweder abwarten bis die Hypnose in Schlaf übergeht, oder aber, sofern Wirksuggestionen gegeben wurden, einen Hypnotiseur hinzuziehen, der die Suggestionen auflösen kann.


Und es können psychische Schäden auftreten, wie:

Schäden durch posthypnotische Suggestionen

Posthypnotische Suggestionen, also Suggestionen, die auch nach der eigentlichen Hypnose noch wirksam sind, werden sehr oft zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Auch, bzw. besonders in der Suchtbekämpfung sind posthypnotische Suggestionen äußerst wirkungsvoll. Jedoch können falsch eingesetzte posthypnotische Suggestionen die größten Schäden anrichten. Das Unterbewusstsein reagiert, im Gegensatz zum Bewusstsein, wie ein Computer. Suggestionen werden wortwörtlich ausgeführt! Es ist vollkommen egal, ob das Wort betont oder nicht betont ist. Beispiele hierfür wären z.B. eine falsch durchgeführte Raucherentwöhnung. So könnte die Suggestion "Du kannst keine Zigaretten mehr sehen" entweder zu einer temporären Erblindung führen, sobald man eine Zigarette "sieht", oder aber die Zigaretten werden "unsichtbar". Die Macht einer posthypnotischen Suggestion ist unwahrscheinlich groß. Entsprechend ist aber auch die Gefahr sehr groß, durch eine dilettantisch durchgeführte Hypnose Schaden anzurichten. Ein weiteres Beispiel ist die bekannte Symptomverlagerung. Bei einer medizinischen Hypnose wäre es zum Beispiel fatal, eine Symptombehandlung durchzuführen. Stelle Dir vor, was passiert, wenn man bei einem Magengeschwür einfach dauerhaft die Schmerzen nimmt (was durchaus möglich ist), das Geschwür jedoch medizinisch unbehandelt lässt. Es gibt hier tausende Beispiele. Fakt ist, dass jede posthypnotische Suggestion klar durchdacht sein muss. Besonders dann, wenn sie durch ständige Wiederholung längere Zeit oder gar ein Leben lang anhalten soll.

Beispiele für falsche Suggestionen sind:

Suggestion Dahin kann es führen...
Der Stuhl ist feuerheiß. Das kann zu Brandblasenbildung führen, als Schutzreaktion des Körpers.
Du bist taub. Das führt zu sofortigem Rapportverlust, da der Proband den Hypnotiseur nicht mehr hört. Zudem tritt in der Regel Panik ein.
Du bist blind. Auch diese Suggestion ist kein Spaß, da der Proband in Panik ausbricht.
Du bist sauer. Diese Suggestion führt eher zu einer Magenübersäuerung als zu der umgangssprachlichen Wut.
Wenn ... passiert, trifft Dich der Schlag. Auch diese umgangssprachliche Überraschung wird wortwörtlich genommen. Das kann ernste Folgen haben!
Du bist ein Außerirdischer und verstehst kein Wort. Auch diese Suggestion hat zwangsläufig einen Rapportverlust zur Folge. Der Proband kann Dich und weitere Suggestionen ja nicht mehr verstehen. Zudem wird evtl. Panik eintreten.
Du kannst Dir nun selbst Suggestionen geben, die eintreten werden. Diese verantwortungslose Rapportübertragung kann zu allen möglichen Dingen führen. Der Proband hat ja in der Regel keine Ahnung wie man Suggestionen gefahrlos gibt.
Du machst Dir vor Lachen in die Hosen. Auch diese Suggestion wird wortwörtlich ausgeführt...
Jedes Mal, wenn Du eine Zigarette siehst, wird Dir übel werden. Zunächst einmal ist das Suggerieren von Übelkeit ein Unding. Hinzu kommt, dass dem Probanden jedesmal übel wird, sobald in seiner Gegenwart jemand raucht, oder er vielleicht im Supermarkt am Zigarettenregal vorbeiläuft.
Nach einer normalen Mahlzeit kannst Du nichts mehr essen. Das war dann das letzte Essen des Probanden, oder? Muss er dann verhungern, da er nichts mehr essen kann?

Erste Hilfe:

Die Suggestion ist sofort aufzulösen und Wohlbefinden zu suggerieren, sofern das nicht wiederum eine negative Suggestion ist.

Negative Suggestionen

Darunter verstehe ich alle Suggestionen, die von vornherein Schaden anrichten. So zum Beispiel die Suggestion von Schmerzen oder auch die Suggestion von Dingen, die die Person von vornherein im normalen Wachzustand nie tun würde. Alle Anhänger von Milton Erickson, etc. können hier aufhören zu lesen, da es so was ja angeblich gar nicht gibt. ;-) - Alle anderen, die einen erweiterten Horizont vorziehen, sei gesagt, dass mit geeigneten Mitteln wie Illusion, o.ä. absolut jede Suggestion eintreten kann. Vorausgesetzt ist natürlich ein somnambuler Zustand. Das ist eine sehr, sehr tiefe Trance, bei der in der Regel auch eine hypnotische Amnesie (=Gedächtnisverlust) eintritt. Besonders dieser Zustand ist geeignet, den Probanden hemmungslos Dinge tun zu lassen, die er sich im normalen Wachzustand nie träumen lassen würde. Erfährt der Proband hinterher von seinem Tun in unter Hypnose, kann das einen psychischen Schock auslösen. Gerade deshalb sollte man besonders bei der Showhypnose, aber auch bei der medizinischen Hypnose sehr vorsichtig sein mit Suggestionen, die sehr weit gehen. Das ist natürlich relativ und liegt in der Verantwortung des Hypnotiseurs das abzuschätzen. Auf jeden Fall muss eine Suggestion abgebrochen und zurückgenommen werden, sobald sich der Proband nur ansatzweise dagegen zu wehren versucht, was man zum Beispiel durch sehr sehr zögerliche Ausführung erkennen kann.

Falsch durchgeführte Rückführungen (Regressionen)

Da ich dem Thema Reinkarnation ein eigenes Kapitel widmen werde, hier nur ein kleiner Ausschnitt. Viele Hypnotiseure führen Reinkarnationen (Rückführungen im jetzigen oder in frühere Leben) körperlich durch. Das heißt, der Proband erlebt alles körperlich und psychisch noch einmal mit. Das mag bei schönen Erlebnissen kein Problem sein, bei traumatischen Ereignissen jedoch kann das schwerwiegende psychische Probleme auslösen. Wie eine Reinkarnation *ungefährlich* durchgeführt werden kann, wird in einem eigenen Kapitel genauer beschrieben.

Phobien (Ängste), die durch falsche Suggestionen ausgelöst werden

Von "falschen" Suggestionen zu sprechen ist immer so eine Sache. Ich würde sagen es ist relativ und es gehört zum Gespür und Können des Hypnotiseurs, die Suggestionen "richtig" zu formulieren. Aber darum soll es jetzt nicht gehen, sondern um die Möglichkeit unter Hypnose Phobien auszulösen. Das kann bei einer falsch oder leichtfertig durchgeführten Reinkarnation geschehen (siehe Kapitel Reinkarnation), aber auch durch Suggestionen, die die Person in eine gefahrvolle Lage bringen. Dies kann ein suggerierter Flugzeugabsturz genauso sein, wie die Suggestion einer Spinne, wenn der Proband unter einer Spinnenphobie leidet. Es ist daher grundsätzlich Vorsicht angesagt, wenn Situationen suggeriert werden, bei denen der Proband auch im normalen Wachzustand Angst hat oder haben könnte. Bei dem geringsten Anzeichen von Furcht sollte daher die entsprechende Suggestion zurückgenommen und gegen eine angenehme Suggestion ausgetauscht werden. Ausgenommen sind eventuell Therapiezwecke - jedoch nur unter therapeutischer Aufsicht! Auf gar keinen Fall dürfen Suggestionen, die längere Zeit anhalten sollen, Phobien auslösen!

Erste Hilfe:

Die Suggestion ist sofort aufzulösen und Wohlbefinden zu suggerieren.

Schäden aufgrund nicht zurückgenommener Suggestionen

Im Therapiesektor, als auch bei Bühnenshows werden posthypnotische Suggestionen eingesetzt. Das sind Suggestionen, die auch nach der eigentlichen Hypnose wirksam sind. In Therapien werden derartige Suggestionen zum Beispiel bei der Raucherentwöhnung, bei der Behandlung von Phobien, usw. eingesetzt. Jedoch werden manchmal zu Demonstrationszwecken posthypnotische Suggestionen gegeben, die im normalen Leben nichts verloren haben. Wenn diese Suggestionen nicht zurückgenommen werden, kann es zu folgenschweren Schäden kommen. Als Beispiel stell' Dir einmal vor, es wird ein fürchterlicher Juckreiz suggeriert, der immer dann eintritt, wenn der Proband ein bestimmtes Lied (als Auslöser) hört. Bei einer Bühnenshow zum Beispiel ist das der Brüller. Jedes Mal, wenn das spezielle Lied läuft, muss sich der Proband überall kratzen. Was aber passiert, wenn der Hypnotiseur keine räumliche Sperre (z.B. "Das wird nur in diesem Raum geschehen.") oder eine zeitliche Sperre (z.B. "in den nächsten 5 Minuten passiert das oder das") suggeriert und der Proband hört zufällig das selbe Lied beim nach Hause fahren... Der Effekt kann sich tödlich auswirken! Leider habe ich schon viele Bühnenshows beobachten müssen, bei denen der Hypnotiseur keinerlei Desuggestion machte und auch keinerlei zeitliche oder räumliche Begrenzung einsetzte. Was dabei geschehen kann, zeigt der folgende Fall, der zwar auf den ersten Blick witzig klingt, für den Betroffenen jedoch sehr übel war:
Während einer Hypnoseshow suggerierte der Hypnotiseur dem Probanden er hätte seinen Bauchnabel verloren und müsse diesen nun suchen. Für das Publikum war diese absurde Suggestion, die selbstverständlich auch ausgeführt wurde, der Brüller. Der Hypnotiseur vergaß jedoch die Rücknahme der Suggestion und der Proband wurde noch in der selben Nacht bei der örtlichen Polizeistation vorstellig um eine Vermisstenanzeige aufzugeben: Er suchte immer noch den Bauchnabel....

Erste Hilfe:

Die Suggestion ist sofort aufzulösen und Wohlbefinden zu suggerieren. Eventuell muss hierzu die Hypnose neu eingeleitet werden.

Absolute und relative Kontraindikationen

Hypnose sollte oder darf u.A. nicht angewendet werden bei:

  • dekompensierter Herzinsuffizienz
  • Akutem Alkohol oder Drogenmissbrauch
  • Einnahme von Tranqulizern (z.B. Valium)
  • Einnahme von psychoaktiven Medikamenten wie z.B. Antiepressiva
  • Psychosen

Wolfgang Künzel (Alexander Cain®)