Schlaf! Das Buch von Alexander Cain

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Die Geschichte der Hypnose

Copyright Wolfgang Künzel

Die Hypnose ist so alt wie der Mensch. Schon in den ältesten, bekannten Überlieferungen wird die Anwendung der Hypnose beschrieben. Uralte Keilschriften der Sumerer - der ältesten bekannten Kultur - belegen, daß schon vor 6000 Jahren die Hypnose von besonders ausgebildeten Priestern zur Heilung verschiedener Krankheiten benutzt wurde. In Indien, wo die Hypnose bei den verschiedenen Yogatechniken auch heute noch eine sehr große Rolle spielt, wurden damals, wie heute drei Hauptzustände der Trance unterschieden. In den ältesten bekannten Sanskriturkunden hießen diese Zustände Wachschlaf, Traumschlaf, sowie Wonneschlaf. Die Methoden der Hypnoseeinleitung, die die alten ägyptischen Priester anwandeln gleichen denen der modernen Hypnose. Als Priester waren sie gleichzeitig Ärzte und wußten sehr genau über die phantastischen Möglichkeiten der Hypnose bescheid. Geheilt wurde unter anderem durch Handauflegen, verbunden mit wirksamen Suggestionen. Auch die heute noch übliche Fixationsmethode wurde verwendet um den hypnotischen Schlaf herbeizuführen. Zu diesem Zweck wurde dem Kranken eine glänzende Metallscheibe vor die Augen gehalten um diese zu ermüden. Eine andere ebenfalls weit verbreitete Heilungsart war, nicht nur in Ägypten, sondern auch in Griechenland der Tempelschlaf. Vor dem eigentlichen Tempelschlaf mußte der Heilungssuchende ein bestimmtes Ritual bestehend aus Diät, Waschungen, etc. ausführen. Vor dem eigentlichen Schlaf wurden dem Kranken die Geschichten der erfolgreichen Heilungen erzählt um die Erwartungsspannung zu erhöhen. Während des eigentlichen Schlafs in der geheimnisvollen Atmosphäre des Tempels wurden dem Kranken dann selbstheilungsfördernde Suggestionen ins Ohr geflüstert. Tempelträume galten als Gabe der Götter und wurden von den Priestern gedeutet. Auch durch andere rituelle Methoden wurden Trancezustände erreicht. So zum Beispiel durch Drogen, die aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wurden oder durch das Verbrennen bestimmter Kräuter. Dämpfe, die aus einem Spalt im Gestein hervortraten lösten den hypnotischen Zustand beim berühmten Orakel von Delphi aus. Die Hypnose wurde also nicht nur zur Heilung sondern auch von Wahrsagern benutzt. Paracelsus (1493-1541)

Im Mittelalter erkannte unter anderem der Arzt Aureolus Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), besser bekannt als "Paracelsus", die heilende Wirkung der positiven Suggestion. Der weit gereiste Mediziner erkannte, daß der beste Arzt der "innere Arzt" ist und war allein mit dieser Behauptung seiner Zeit damals schon weit voraus. Die angehende Inquisition machte diese Art der Heilkunst zu Teufelswerk. So geriet die Hypnose dann auch bald in Vergessenheit, was verständlich ist, hält man sich die Millionen von Hexenverbrennungen zu dieser Zeit vor Augen.

Noch sehr gut zurückzuverfolgen, da durch schriftliche Aufzeichnungen belegt, sind die Entdeckungen und das Wirken von Franz Anton Messmer (1734-1815). Mesmer, ein gut gelehrter Mann der neben Philosophie und Theologie auch sechs Jahre Medizin in Wien studierte. erhielt 1766 den medizinischen Doktorgrad für eine Abhandlung: "De influxu planetarum in hominem". Mesmer war der Begründer des Begriffs  „thierischer Magnetismus“. Der Begriff „Magnetismus“ ist insofern als Metapher zu verstehen, da zu diesem Zeitpunkt die Behandlung von Kranken mit mineralischen Magneten an der Tagesordnung war. Mesmer nahm nicht als erster an, dass es ein auch derzeit noch nicht messbares „Fluid“ gibt, dass Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Psyche hat. Da die Wirkungen dieses „Fluids“ ähnlich waren wie die der Mineralmagnete, nannte er es „thierischen“ Magnetismus. Auch seine Entdeckung selbst hatte zunächst mit Magneten zu tun. So stellte er fest, dass Menschen in Trance fielen, als er mit Magneten über ihren Körper strich. Als er versehentlich die magnetischen Stäbe mit nicht magnetisierten Stäben verwechselte, stellte er fest, dass es nicht am Magneten selbst lag und Hilfsmittel wie Eisenstäbe an sich auch nicht notwendig sind. Im Jahre 1775 veröffentlichte er seine Entdeckungen in Wien.Da Mesmer seine Entdeckung zur Behandlung von Krankheiten einsetzte, feindeten ihn die Ärzte Wiens derart an, dass er sogar aus Österreich ausgewiesen wurde und 1778 sein neues Domizil in Paris aufschlug.

Franz Anton Mesmer

Der französische Adel empfing ihn mit großem Enthusiasmus, sein Ansehen wuchs immer mehr und 1780 eröffnete er seine eigene magnetische Heilanstalt. Nachdem er immer größeren Zulauf, insbesondere aus den höchsten Schichten der Bevölkerung hatte, wurde im Jahr 1784 die Lehre Mesmers von der französischen Akademie der Wissenschaften geprüft und verworfen. Französische Ärzte durften nicht einmal mehr über dieses Thema reden, wollten Sie nicht Gefahr laufen ihren Beruf zu verlieren. Auch andere Staaten prüften die Lehre Mesmers. So beauftragten der König von Bayern, der König von Dänemark, sowie der Zar von Russland die Ärzte ihres Landes die Theorie Mesmers zu überprüfen. Weitere Verhandlungen fanden im Jahr 1790 mit den Wirren der Revolution ein jähes Ende. Während Mesmer in seinem Heimatland weiter praktizierte, ging seine Saat in Frankreich zunächst weiter auf, wobei sich jedoch verschiedene Ansichten entwickelten. Eine Partei blieb bei der ursprünglichen Meinung der organisch-physischen Wirkung. Unter der Führung von Barbarin nahmen die „Spiritualisten“ eine rein psychische Wirkung an und die „Société harmonique des amis réunis“ des Marquis v. Puységur heilte durch den „hellsehenden Somnambulismus“ (möglicherweise ein Vorläufer heutiger analytischer Techniken). Im Laufe der französischen Revolution wurden jedoch auch diese Gesellschaften aufgrund angenommener oder tatsächlicher politischer Verstrickungen freiwillig oder zwangsläufig aufgelöst. Erst im Jahr 1815 gründete der Marquis v. Puységur, der der Revolution entronnen ist, die „harmonische Gesellschaft“ um Mesmer‘s Lehren wiederaufleben zu lassen. Die Anfeindungen der Ärzte begannen von neuem. Auch andere Personen, die es verstanden das Interesse des Publikums zu wecken, wurden lächerlich gemacht und verschwanden schnell wieder von der Bildfläche. In Deutschland wurden Mesmer’s Lehren meist nur im Verborgenen angewendet. Interessante Namen, die hier auftreten, sind Johann Kaspar Lavater (1741-1801), der Astronom und Physiker Heinrich Wilhelm Matthäus Olbers (1758-1840, Olbers Paradoxon), Georg Bickers (1754-1823) und Arnold Wienholt (1749-1804), sowie Johann Lorenz Böckmann (1741-1802) und Eberhard Gmelin (1751-1809). Auch in Deutschland sorgten jedoch (nicht zum letzten Mal) politische Stürme dafür, dass Mesmers Lehre (von seinen Anhängern „Mesmerismus“ genannt) nahezu in Vergessenheit geriet. Obwohl Franz Anton Mesmer vor etwas über 200 Jahren meinte etwas völlig neues entdeckt zu haben, ist es prinzipiell gar nichts neues gewesen. Neu war nur der Name „thierischer Magnetismus“. In vielen anderen Kulturen früher und auch heute gab, bzw. gibt es Lehren von einer Art „Fluidum“, dass den menschlichen Körper durchdringt. Ob man es „Od“, „Chi“, „Prana“, „Aura“, „Orgon“, „Odem“, „Od“, „Qui“, oder sonst irgendwie benennt, ist gleich. Alles sind Ausdrücke, die ein und dasselbe bezeichnen.

Aus "Abhandlung über die Entdeckung des thierischen Magnetismus" von Franz Anton Mesmer (Orthographie und Interpunktion aus dem Original von 1781 übernommen):

Und diß veranlaßt mich nun einen neuen Versuch für den Sieg der Wahrheit zu wagen. Hier liefere ich meine erste, aber merklich erweiterte Sätze, und mache sie hiemit öffentlich so bekannt, wie es bißher noch nie geschahe.

  1. Die Himmels=Körper, die Erde und die thierische Körper haben einen wechselseitigen Einfluß in einander und zwar vermöge
  2. Einer allgemein verbreiteten stätigen, äusserst feinen Flüssigkeit, welche ihrer Natur nach die Fähigkeit hat alle Arten von Bewegung anzunehmen, dieselbe mitzutheilen, und fortzupflanzen.
  3. Diese wechselweise Wirkung richtet sich nach mechanischen, bißher unbekanten Gesetzen.
  4. Von ihr entspringen die wechselweisen Würkungen, die man als eine Ebbe und Fluth ansehen kann.
  5. Diese Ebbe und Flut ist mehr oder weniger allgemein, mehr oder weniger auf einzelne Gegenstände eingeschränkt, mehr oder weniger zusammen gesetzt, je nachdem ihre bestimmende Ursachen eschaffen sind.
  6. Auf diese Art (und es ist die allgemeinste, die man in der ganzen Natur findet) stehen die Himmels=Körper, die Erde und ihre wesentlichen Bestandtheile in einem thätigen Verhältnus gegen einander.
  7. Und von ihr hangen die Eigenschafften der Materie und der organischen Körper ab.
  8. Auf den thierischen Körper haben die abwechselnde Wirkungen dieses Principium einen Einfluß, indem es die Substanz der Nerven durchdringt, und unmittelbar auf sie wirkt.
  9. Vorzüglich hat der menschliche Körper magnetähnliche Eigenschafften, sich entgegen gesetzte Pole, die man mit einander verbinden, verändern, zerstöhren und verstärken kann, ja man hat schon die magnetische Neigung (inclinatio) daran beobachtet.
  10. Eben diese Eigenschafft des thierischen Körpers, welche ihn des Einflusses der Himmels=Körper und der Zurückwirkung auf das, was ihn umgiebt, fähig macht, da sich auf eine Magnet ähnliche Art äussert, bwog mich, sie den thierischen Magnetismus zu nennen.
  11. Die Wirkung und die Krafft dieses eben beschriebenen thierischen Magnetismus, läßt sich andern, lebendigen und leblosen Körpern mittheilen, doch sind beyde bald mehr, bald weniger geschickt, sie anzunehmen.
  12. Diese Wirkung und diese Krafft können durch nemliche Körper verstärkt und fortgepflanzt werden.
  13. Schon die Erfahrung lehrt den Ausfluß einer sehr feinen Materie, welche alle Körper durchdringt, ohne ein merkliches von ihrer Thätigkeit zu verliehren.
  14. Sie wirkt auch in der Entfernung, ohne Beyhülfe eines andern vermittelnden Körpers.
  15. Sie wird wie das Licht, durch Speigel vermehrt und zurück geworfen.
  16. Sie läßt sich durch den Schall fortpflanzen und vermehren.
  17. Diese magnetische Krafft kann angehäufet, zusammen gedrängt, und von einem Ort an den andern gebracht werden.
  18. Nicht alle lebendige Körper haben diese Fähigkeit in gleichem Grad, ja man findet, doch sehr selten, einige, welche so sehr die entgegengesetzte Eigenschafft besitzen, daß ihre blosse Gegenwart, die Wirkung dieses Magnetismus in andere Körper zerstöhrt.
  19. Auch diese entgegen gesetzte Krafft durchdringt alle Körper, läßt sich mittheilen, fortpflanzen, anhäuffen, zusammendrängen, von einem Ort an den andern bringen, durch Spiegel zurücke werfen, und durch den Schall fortpflanzen, und das ist also nicht nur eine negative, sondern wirklich, obschon entgegen gesetzte positive Krafft.
  20. Natürlich und künstliche Magnete sind, so gut als andere Körper, des animalischen Magnetismus, und sogar der ihm entgegen gesetzten Kraft fähig, ohne daß, weder im ersten noch im andern Fall, ihre Wirkung auf das Eisen, und die Nadel, die geringste Veränderung dadurch erlitte. Ein Umstand, welcher den wesentlichen Unterschied, der Principien des thierischen und mineralischen Magnetismus, beweiset.
  21. Diß System verbreitet ein neues Licht, über die Natur des Feuers, des Lichts, die Theorie der Attraction, der Ebber, der Fluth, des Magnets und der Elektricität.
  22. Es zeigt, daß der Magnet und die künstliche Elektricität, in Absicht auf die Krankheiten, nur die gewöhnliche Eigenschafften, anderer, von der Natur uns angebotenen Mittel haben, und daß, wenn sie bißweilen einige gute Wirkung thaten, diese blos vom thierischen Magnetismus herrühre.
  23. Meine practische Regeln, die ich angeben werde, sollen durch die Erfahrung lehren, daß diß Principium, Nerven=Krankheiten unmittelbar, andere mittelbar heile.
  24. Daß durch seine Unterstützung, dem Arzt ein Licht im Gebrauch der Arzney=Mittel aufgesteckt wird, daß er ihre Wirkung vollkommener machen, heilsame Crisen hervorbringen, nach Gefallen lenken, und sich vollkommen zum Herrn von ihnen machen kann.
  25. In der Beschreibung meiner Methode, werde ich, durch eine neue Theorie der Krankheiten, den allgemeinen Nutzen, meines ihnen entgegen gesetzten Principiums beweisen.
  26. Ein mit diesen Einsichten versehener Arzt, wird zuverlässig, den Ursprung, die Natur und den Fortgang, auch der zusammengesetztesten Krankheiten, beurtheilen, ihr Steigen verhindern und sie heben, ohne jemals den Kranken einer gefährlichen Wirkung oder schädlichen Folgen auszusetzen, sein Alter, Temperament und Geschlecht seye beschaffen, wie es immer will. Selbst Schwangere und Gebährende können diesen Vortheil geniessen.
  27. Mit einem Wort: Diß Lehrgebäude wird den Arzt in Stand setzen, die Gesundheit eines jeden bestimmt zu beurtheilen, ihn vor allen Krankheiten , denen er etwa ausgesetzt seyn könnte, zu verwahren, und folglich die Heilkunst auf den höchsten Gipfel ihrer Vollkommenheit bringen.

Während Mesmers Lehre offiziell verboten wurde, war die ganze Sache damit natürlich noch lange nicht erledigt. Eine Vielzahl seiner Anhänger setzte seine Behandlungsmethoden im Stillen fort. Da sie jedoch nicht auf Publicity, sondern eher auf wissenschaftliche Beobachtungen aus waren, wurden in der darauf folgenden Zeit die wesentlichsten Phänomene der Hypnose entdeckt.

Der Begriff „Hypnotismus“ (heute „Hypnose“) wurde angeblich 1843 von dem schottischen Augenarzt James Braid (1795-1860) geprägt. Neuere Erkenntnisse (05.08.2008) haben ergeben, dass diese Information nicht stimmt. Hier muss wohl die Geschichte neu geschrieben werden. Unter Mithilfe von Professor Harnisch (Universität Passau) konnte ich nun Licht ins Dunkel bringen (Update 20.08. / 23.09.2008):

James Braid war nur der Begründer des Wortes "hypnotize", dass als "hypnotisieren" eingedeutscht wurde. Somit kann die Geschichte der Hypnose im Internet (z.B. "Der Begriff Hypnose wurde durch den Chirurg James Braid geprägt." - Quelle David Woods, SPIEGEL Wissen, etc. - und in vielen Büchern neu geschrieben werden:

Quelle: Deutsches Fremdwörterbuch von Hans Schulz, Privatdozent an der Universität Freiburg i. Br., 1913

Ohne es eigentlich zu wollen entdeckte der englische Augenarzt James Braid 1841 die Fixationsmethode zur Einleitung der Trance. Um einen Schweizer Magnetiseur zu entlarven beschäftigte sich Braid umfassend mit den gezeigten Phänomenen. Da ihm bekannt war, daß die anhaltende Fixation eines glänzenden Objekts Müdigkeit hervorruft, hielt er seinen Versuchspersonen glänzende Glasprismen ca. 20 cm vor die Augen. Zu seiner eigenen Überraschung fielen die Probanden ohne weitere suggestive Beeinflussung nach einiger Zeit in Trance. Diesen künstlich hervorgerufenen Schlaf nannte er Hypnose (in Anlehnung an das griechische Wort hypnos = Schlaf). Wie andere Mediziner, die auf diesem Gebiet forschten, erntete Braid mit seiner Veröffentlichung "Neurohypnology or the rational nervous sleep considered in relation with animal magnetism" nur Spott. Im Jahr 1889, als in Paris der erste internationale Kongress für experimentelle Psychologie stattfand, konnte der Unterschied der Hypnose zu dem durch Mesmersche magnetische Streichungen hervorgerufenen Zustand noch nicht differenziert werden. Erst Albert Moll beantwortete 1892 in Berlin diese Frage. In seiner Abhandlung "Der Rapport der Hypnose" beschreibt er erstmalig, daß die Methoden der Hypnoseeinleitung zwar verschieden, die dadurch erreichten Zustände jedoch gleich sind. Anscheinend wurde auch das von den Psychologen im 21. Jahrhundert wieder vergessen...

James Braid - Vater der modernen HypnosetherapieZum damaligen Zeitpunkt, als es noch keine wirksamen Betäubungsmittel gab, ein Segen für viele Menschen bei schmerzhaften Operationen. Französische Physiologen prägten wiederum den Begriff „Somnambulisme provoqué“ (künstlicher Somnambulismus), der die Erscheinungen zwar wesentlich präziser beschreibt, sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Präziser ist der Ausdruck „künstlicher Somnambulismus“ aufgrund der Differenzierung zum „Idio“- und „Autosomnambulismus“. Während der Begriff „Hypnose“ heute alles beinhaltet, wird hier unterschieden. Zu den „Idiosomnambulen“ zählt man die Personen, die wissentlich und absichtlich einen somnambulen Zustand hervorrufen. Hierzu zählen z.B. Fakire, Trancemedien, usw. (heute würde man dies als Selbsthypnose bezeichnen). Die „Autosomnambulen“ Personen wiederum sind Menschen, die ohne eigenes Zutun in den somnambulen Zustand geraten (z.B. Schlafwandler und Schlafsprecher). Zurück zu James Braid, denn hier beginnt meines Erachtens einer der größten Irrtümer in der Geschichte der Hypnose. Als Braid 1843 in einer Buchveröffentlichung die Begriffe „Neuro-Hypnotism“ (nervöser Schlaf) und „Neurypnology“ (die Lehre vom nervösen Schlaf - PDF-Download mit Dank an Dr. Dylan Morgan) schuf, ging er einzig von seinen persönlichen Vermutungen aus. Er selbst wollte 1847 den Begriff „Hypnotism“ (Hypnose) in „Monodeismus“ (Konzentration auf eine Idee) wandeln, nachdem er erkannte, dass die hypnotischen Phänomene wie Katalepsie (Starrkrampf), Amnesie (Gedächtnisverlust) und Anästhesie (Betäubung) auch im Wachzustand zu erzeugen waren. Der Begriff „Hypnose“ hatte sich jedoch bereits in vielen Ländern verbreitet und ist, wie wir wissen auch heute noch der Geläufigste (wenn auch grundsätzlich falsch). Doch was verstand Braid unter „Hypnose“? Wie bereits erwähnt, war James Braid Augenarzt. Seine Entdeckung war sicher phänomenal. Seine Auslegung des Phänomens war jedoch eher unwissenschaftlich. Mittels der Fixation glänzender Metallscheiben (übrigens eine Technik, die schon aus dem alten Ägypten überliefert ist) erzeugte er eine Ermüdung der Augen und eine Überreizung der Nerven. Die durch die Fixation auf einen Punkt einsetzende Trance bezog er in Anbetracht seiner Ausbildung auf die Nerven. Die Entdeckung Mesmer‘s wiederum und die hierbei einsetzenden Trancezustände bezog er auf die monotonen Streichungen und keineswegs auf ein Fluidum. Er, der Arzt, suchte eine rationale Erklärung für die Vorgänge beim Mesmerisieren. In Anbetracht der Persönlichkeiten, die Mesmer’s Lehre verbreiteten, wollte er nicht gleich alles als Humbug hinstellen. Da er selbst jedoch weit bessere Erfolge mit seiner eigenen Methode der Fixation erzielte, versuchte er das Phänomen des „thierischen Magnetismus“ mit seiner eigenen Idee zu erklären. Es ist verständlich, dass unter den Wissenschaftlern eine Nervenüberreizung oder ein hypnotischer Schlaf aufgrund andauernder Konzentration auf eine Sache weit besser ankam, wie ein angebliches Fluidum und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Während zunächst Braid’s Fixationsmethode zumindest bis zur Entdeckung chemischer Narkotika (z.B. Chloroform und Lachgas) bei den Ärzten Einzug hielt, geriet Mesmer’s Lehre als mehr oder weniger widerlegt in Vergessenheit. Aus heutiger Sicht und eigener Erfahrung kann ich hierzu sagen, dass es sich beim „thierischen Magnetismus“ und Braid’s Fixationshypnose um zwei völlig verschiedene Techniken handelt, die jedoch ein und denselben Zustand hervorrufen können und das Braid mit seiner damaligen Annahme den „thierischen Magnetismus“ erklären zu können, völlig falsch lag. Entschuldigen kann man das natürlich mit dem großen Enthusiasmus, der diese Entdeckung hervorrief. Da Braid’s Theorie jedoch bei der Wissenschaft großen Anklang fand (man hatte ja ein Phänomen entmystifiziert), ging die Geschichte der Hypnose zumindest wissenschaftlich, bzw. medizinisch einen völlig neuen Weg ohne den vorherigen noch weiter zu beachten.

Emil CouéWährend die Medizin voranschritt und Hypnose zur Anästhesie unnötig wurde, wäre die Hypnose und insbesondere der somnambule Zustand nun langsam mehr und mehr in Vergessenheit geraten, hätte es nicht die heute so verteufelten Showhypnotiseure gegeben, die weiterhin auf Jahrmärkten die Phänomene zum Besten gaben. Eine immens wichtige Entdeckung für die heutige medizinische Hypnosetherapie, die zunächst nichts mit Hypnose an sich zu tun hat, stammt von Emil Coué (1857-1926). Der französische Apotheker fand heraus, dass chemische Medikamente bessere Wirkung zeigten, wenn er seine Kunden von der hervorragenden Wirkung überzeugte. Andererseits konnte er den gegenteiligen Effekt erzeugen, wenn er abwertend darüber sprach. Er entdeckte die Kraft der Einbildung (sich ein Bild machen) und somit die Suggestion. Viele berühmte Sätze werden ihm zugesprochen wie z.B.: „Jeder Gedanke, den wir uns zu eigen machen und der unseren Geist ausschließlich beherrscht, wird für uns zur Wahrheit und drängt darauf, Wirklichkeit zu werden“, „Eine Krankheit befürchten heißt, sie zu verursachen“, „Was ich befürchtet habe, ist zu mir gekommen“, „Es geht weg, weg, weg...“, oder sicher der bekannteste: „Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser“. Als Schüler der im 19. Jahrhundert gegründeten Schule von Nancy, der auch Siegmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse angehörte, kam er auch stark mit der Erforschung der Hypnose in Berührung. Er war der Meinung, daß Fremdhypnose als solche nicht existiert und eigentlich eine von außen hervorgerufene Selbsthypnose darstellt. Das heißt, daß der Hypnotiseur in der Versuchsperson nur die Vorstellung der beabsichtigten Wirkung hervorruft, die diese dann durch Selbsthypnose verwirklicht. Coué lehrte, daß nicht der Wille der Antrieb unseres Handelns sei, sondern die Kraft der Vorstellung. - Als Folgerung dieser Überlegung erklärte er seinen Patienten die Möglichkeit der Selbstheilung durch die Kraft ihrer Vorstellung. Coué’s Entdeckung war sicher nicht neu. In vielen (Geheim-)Lehren wurde auch zu dieser Zeit die Visualisierung, usw. gelehrt. Jedoch schaffte Emil Coué den Weg an die Öffentlichkeit und damit auch zur Wissenschaft und zur Medizin. Seine Lehre wurde jedoch prägend für die Zukunft der Hypnose.

"Jeder Mensch wendet täglich Autosuggestion an, im positiven oder negativen Sinne, meist aber in wirrem Durcheinander. Das Resultat ist demzufolge ein Gemisch von Erfolg und Misserfolg. Somit beruht der Erfolg im Leben nicht auf Zufall, sondern ist das Resultat eines bewussten positiven Denkens. Entgegen dem, was gemeinhin angenommen wird, ist nicht etwa der Wille des Menschen oberstes Vermögen, sondern vielmehr die Vorstellungskraft. Wenn diese beiden Kräfte in Widerstreit geraten, ist es die Vorstellungskraft, die den Sieg davonträgt."

Aus der sich weiterentwickelnden Lehre der Hypnose und Autosuggestion entstand in unserer Zeit durch I.H. Schultz das sogenannte autogene Training. Ziel dieses Trainings ist es, Ruhe und völlige Entspannung durch eigene Konzentration hervorzurufen. Angesichts unserer hektischen Zeit hat sich das Autogene Training besonders in Managerkreisen zu einem regelrechten Boom entwickelt. Es gibt hierzulande inzwischen kaum eine Volkshochschule mehr, die nicht mindestens einen Kurs in dieser Richtung anbietet. - Tendenz steigend.

Eric Jan HanussenMit der Entwicklung der medizinischen Hypnose hielt natürlich auch die Bühnen oder Showhypnose ihren Einzug. Der bekannteste Vertreter dieses Jahrhunderts dürfte der im zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordete, angeblich auch medial begabte Erik Jan Hanussen (1889 - 1933) gewesen sein.

Heute gibt es in Deutschland kaum eine Diskothek, in der nicht jährlich eine Hypnoseshow stattfindet. Obwohl ich selbst das Geschäft mit der Bühnenhypnose betrieben habe, kann ich nur vor einigen selbsternannten Weltmeistern u. ä. warnen. Da es sich bei diesem Geschäft um stattliche Geldbeträge handelt, die den Besitzer wechseln, nimmt auch die Gefahr der durchgeführten Experimente ständig zu um im Geschäft zu bleiben.

Während der Facharzt für Psychiatrie M.D. Milton H. Erickson (1901-1980) 1957 die „Amerikanische Gesellschaft für klinische Hypnose“ gründete, die sich erst 1978 auch in Deutschland etablierte, fanden Anfang der 70er Jahre auch wieder Showhypnosen in Deutschland statt. Um den weiteren Verlauf zu verstehen, muss man wissen, dass Milton H. Erickson zunächst eigene Methoden entwickelte, nachdem er während seines Universitätsstudiums in Amerika mit der Hypnose in Berührung kam.

Milton H. EricksonDurch zweimalige Infektion mit Kinderlähmung war er seit 1953 an den Rollstuhl gefesselt. Sein psychiatrisches Wissen, sein Einfühlungsvermögen, sein hervorragender Ruf und nicht zuletzt die große Erwartungshaltung seiner Patienten und die daraus resultierenden Erfolge machten ihn zum sicher bekanntesten Hypnotiseur dieser Zeit, obwohl die von ihm eingesetzten Techniken wieder völlig neuer Art waren und im Prinzip nur auf Suggestion (Worten, Sprachmuster, bzw. Visualisierungen) beruhten (vgl. Emil Coué). Die Erfolge, die er in Anbetracht seines Berufes im Rahmen der Psychotherapie hatte, gaben ihm natürlich Recht und so wurde er in Annahme, dass er eine ganz besonders wirksame Technik erfunden hätte, kopiert. Richtig ist, dass man Techniken kopieren kann. Wie sieht es jedoch mit Einfühlungsvermögen und einem vorauseilenden Ruf und daraus resultierender Erwartungshaltung aus? Alles Dinge, die bei reiner Suggestion sehr wichtig sind... Trotz allem ist es sicher sein Verdienst, dass Suggestion im Bereich der Psychotherapie Einzug gefunden hat. Ich verwende hierbei aus gutem Grund nicht das Wort „Hypnose“, da diese Bezeichnung im ursprünglichen Zusammenhang nichts mit den heute häufig in der Medizin verwendeten indirekten Techniken zu tun hat. So wie man James Braid als Vater der Fixationshypnose ansehen kann, könnte man Milton H. Erickson als Erfinder der Konfusionstechnik (Verwirrungstechnik) bezeichnen. Keinesfalls jedoch als Vater einer „modernen Hypnose“, denn es handelt sich jeweils nur um Ausschnitte eines großen Ganzen. Trotzdem darf man Erickson’s Verdienste nicht herabwürdigen. Er hat es zumindest geschafft die indirekte Suggestion in der Psychotherapie zu etablieren.

Erickson selbst sagte noch zu Lebzeiten, dass er selbst keine spezielle Methode hat. Inzwischen werden die "Erickson-Methode" und das aus dem Erickson-Modell hervorgegangen Neurolinguistische Programmieren (NLP) weltweit vermarktet. Meiner persönlichen Ansicht nach, haben diese Methoden mit Hypnose jedoch nur noch sehr wenig zu tun. Es ist eher der Versuch der Beeinflussung des Unterbewusstseins ohne einen entsprechenden Trancezustand hervorzurufen. Da Erickson großen Einfluss auf den Einsatz der Hypnosetherapie in der Medizin und der Psychotherapie hatte, hat der zu Lebzeiten "einmalige Meister der Hypnose" seinen Platz in der Geschichte der Hypnose auf jeden Fall mehr wie verdient.

Blenden wir um zur Showhypnose, die in Deutschland durch den Hypnotiseur „Cally“ (Karl-Heinz Busch) in den 70er Jahren zu neuer Blüte gelang. Die bei der Showhypnose eingesetzten Techniken wiederum entstammen etwas abgewandelt den Lehren von James Braid (Gruppenhypnose mit Fixationstechnik) und Franz Anton Mesmer (verschiedene Blitzhypnosetechniken). Ziel des Showhypnotiseurs war und ist der tiefe Somnambulismus und die damit eintretenden Phänomene. Leider waren Showhypnotiseure lange Zeit reine Entertainer, die zwar die Techniken beherrschten, sich damit jedoch nicht unbedingt mit großem Ruhm bekleckerten. Jemanden über Glasscherben laufen zu lassen, auf Nagelbretter u. ä. zu legen um sich noch selbst draufzustellen, bzw. genüßlich Rasierschaum als Sahne schlemmen zu lassen sind hier noch die harmlosesten der durchgeführten Aktionen. Wenn die Hypnose dann noch von jemandem durchgeführt wird, der gerade einmal Ahnung von der Induktion der Trance hat, wird die ganze Sache sogar lebensgefährlich. - Von versuchten und durchgeführten Vergewaltigungen nach einer Hypnoseshow einmal ganz abgesehen. - Leider muß ich auch immer wieder feststellen, daß sogenannte Hypnoseshows immer mehr in die Richtung der Illusion des Publikums laufen. Einfache Zaubertricks werden als Folge der Hypnose dargestellt um das Ansehen des Hypnotiseurs zu steigern. Das solche Dinge natürlich dem Bewusstsein der Menschen über die fantastischen Möglichkeiten der Hypnose nicht gerade zuträglich sind, versteht sich von selbst. Daher habe ich auch oft bei meiner Show, die auf absoluter Echtheit aufgebaut war, Probleme mit Leuten, die voreingenommen der Sache beiwohnen.

Vor dem Start des deutschen Privatfernsehens im Jahr 1984 waren Bühnenshows jedoch die einzigen Wegbereiter der Hypnose in Deutschland. Das private und später auch das staatliche Fernsehen berichteten immer wieder über schier unglaubliche Phänomene, die jedoch von Medizinern immer wieder in Zweifel gezogen wurden. Die besten Zeiten für Showhypnotiseure, die auch ich noch mit meiner eigenen „Alexander Cain Hypnoseshow“ (1990-2004) erlebte, waren sicher die 70er, bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Da die neue medizinische Hypnose kaum somnambule Zustände kannte, wurden (und werden immer noch) Showhypnotiseure häufig als Scharlatane hingestellt. Die wissenschaftliche Ignoranz treibt hier immer noch auf einen neuen Höhepunkt zu, während sich die Medien, so meint man, nicht entscheiden können zwischen Sensation und wissenschaftlichem Hochmut.
Hypnotiseur Wolfgang Künzel Natürlich war gerade das Geheimnisvolle, dass den Begriff „Hypnose“ beherrscht, die Bühnenshows, aber auch die sehr differenzierte Berichterstattung der Medien nicht sehr dazu angetan, Hypnose zu etablieren. Im TV und bei Live-Shows wurden immer wieder Somnambule gezeigt, die die unglaublichsten Dinge verrichteten, während Mediziner dagegen wetterten und auch heute noch propagieren, dass kein Mensch in Hypnose irgendwelche Dinge tun würde, die gegen seinen Willen laufen. Man kann das verstehen, wenn man die völlig unterschiedlichen Techniken betrachtet, die jedoch alle den selben Namen haben: „Hypnose“. Während die Psychotherapeuten mit Metaphern, Geschichten und einfachen Suggestionen arbeiten um unbewusste Verhaltensweisen zu ändern, sind Showhypnotiseure gefordert, in kürzester Zeit die unglaublichsten Phänomene zu produzieren. Den Medizinern wiederum kommt es in der Regel nicht darauf an, in kurzer Zeit Erfolg zu haben. Der kranke Patient bringt Geld, nicht der gesunde Mensch. Zudem kann man sich nicht einerseits von Showhypnose so distanzieren, dass man die Techniken als Humbug hinstellt um andererseits genau dieselben ultraschnellen und effektiven Techniken einzusetzen. Das sich die moderne Psychotherapie weiterhin in der Sackgasse befindet, dafür sorgen wiederum die Vertreter der verschiedenen Ärzte- und Psychotherapeutenvereinigungen, die sich lieber mit den Vertretern der klassischen Hypnose anlegen, anstatt mit ihnen zusammen zu arbeiten. Natürlich wäre es auch sehr fraglich gewesen, ob die inzwischen sehr bekannten Showhypnotiseure ihre Geheimnisse verraten hätten. So liest man in deren Biografien sowieso häufig, dass sie angeblich in fernen Ländern von irgendwelchen Priestern eingeweiht worden wären. Es gab zwar auch in den 70er Jahren gute Literatur zum Thema, jedoch hatten die Autoren keine Möglichkeit gegen die Lobby der Psychotherapie anzutreten. Erst im Jahr 2002, als in Deutschland von Margot Fraunberger mit meiner Mithilfe „Die Hypnoseakademie“ gegründet wurde und kurz darauf weitere Verfechter der klassischen Techniken hinzukamen, gab es wieder regelmäßige Ausbildungen und Forschung, insbesondere auch auf wissenschaftlich noch nicht belegbaren Gebieten betreffend der uralten Techniken in Deutschland. Schüler der Hypnoseakademie haben inzwischen eigene Ausbildungsinstitute gegründet, Bücher geschrieben und zahlreiche Medienauftritte absolviert. Die alten Techniken wurden weiter entwickelt und so entstanden unter anderem "MTI Multiple Tiefeninduktion®" und "morphogenetischer Somnambulismus®". Die Hypnoseakademie in Deutschland gehört inzwischen zu den größten Hypnose-Ausbildungsinstituten in Europa (mit Ausbildung in Deutschland, Österreich und Schweiz). Da es inzwischen seitens der Psychotherapeuten jedoch Bestrebungen gibt, die Hypnose (oder das was von ihnen als Hypnose bezeichnet wird) als anerkannte Heilmethode anerkennen zu lassen, bleibt abzuwarten, ob es möglicherweise in Zukunft wieder staatlich verordnete Maulkörbe gibt, oder ob die Techniken endlich weiter revolutioniert werden können, wie wir es zur Zeit mit Biomatrix® tun.

An dieser Stelle wird leider ein Zitat aus "Der praktische Hypnotiseur" (17. Auflage, 1922) wieder aktuell:

Auf dem "Internationalen Kongreß für Neurologie, Psychiatrie und Hypnologie in Brüssel vom 14.-21. September 1897" sprach sich Dr. van Velsen, einer der bedeutendsten Vertreter der Psychotherapie wie folgt aus über den Wert derselben:

"Ich kann sagen, daß, wenn man überall in der ganzen Welt die psychotherapeutischen Kliniken sich entwickeln sieht, wenn man die sehr große Zahl von Heilungen (und von Besserungen), die in all den Werken und Revuen zusammengestellt sind, betrachtet, daß die Psychotherapie eines der mächtigsten Hilfsmittel ist, welches sich erfahrenen Ärzten als Handhabe darbietet. Es ist nur zu bedauern, daß man auf den Universitäten kaum von Hypnotismus bei den Medizinstudierenden spricht. Wenn diese dann in die Praxis eintreten, sind sie darin vollständig unorientiert, mißtrauen wie ihre Vorfahren der Sache und geben sich nicht die Mühe, zu prüfen, ob ihr Mißtrauen gerechtfertigt ist."

Weiter schreibt der Autor:"Auch gegenwärtig hat der Arzt noch keine Gelegenheit, auf einer deutschen Universität die Suggestionstherapie praktisch zu üben. er ist wie im gewissen Sinne noch immer Autodidakt auf diesem wichtigen Gebiete. Das hält indessen die Herren nicht davon ab, sich als Sachverständige zu gebärden, obwohl sie von der Sache oft nichts verstehen. Ich hatte unter den Teilnehmern an meinen Unterrichtskursen Ärzte, die weder die Technik des Einschläferns, noch die Redaktion schwieriger Suggestionen zu erlernen vermochten. Aber sie traten dessenungeachtet sehr bald als Sachverständige vor Gericht auf und wurden als solche anerkannt. Ich habe es erlebt, daß solche "Sachverständige" nicht einmal ein wissenschaftliches Lehrbuch über Hypnose anzugeben vermochten.
Unbedingt notwendig sind Vorlesungen über Hypnose und Suggestion an den deutschen Universitäten. Aber es dürfen bei diesen Vorlesungen auch die praktischen Übungen nicht fehlen. Der in die Praxis eintretende Arzt muss wissen, worauf es ankommt. Dann werden die Erfolge größer sein und die Anwendung der psychischen Behandlung wird dem Arzt geläufiger, dem Patienten nützlicher sein als heute, wo manche Ärzte die Hypnotherapie noch ebenso als interessante Spielerei betrachten wie viele Laien. Ist es nicht traurig, daß jetzt, vierunddreißig Jahre, nachdem ich die Suggestion in der Hypnose zu Heil- und Erziehungszwecken zu propagieren begann, die Hypnose noch als Schaustellung unter dem Andrange der Massen vorgeführt werden kann? Damals mußte ich öffentlich experimentieren, um Ärzte und Publikum von der Realität der Phänomene zu überzeugen. Heute aber lehne ich es trotz aller Aufforderungen und Aussicht auf Materielle Erfolge ab, den Hypnotismus in dieser Weise zu demonstrieren. Aber das Publikum muss den Heilwert der Suggestionsbehandlung kennen lernen und die Ärzte zwingen, sie anzuwenden."


Nun, das war vor ca. einhundert Jahren. Heute sind wir keinen Schritt weiter...

Bereits in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann ich mit Hypnose. Ein Thema, dass mich immer fasziniert hat und dessen Faszination meinen heutigen Beruf prägt. Wie ich genau dazu kam, habe ich in meinem Buch "Schlaf! Klassische Hypnose lernen" ausführlich beschrieben. Doch sind bis heute einige Dinge für mich persönlich ungeklärt. Vor einiger Zeit hat mich dann ein Forumschreiber auf http://www.johnadams.net/ hingewiesen und mich gebeten, mein Bild mit dem von James Braid zu vergleichen. Ich finde das auch aus dem Grund sehr spannend, da sich inzwischen viele, viele Dinge ergeben haben, die die Angelegenheit immer kurioser werden lassen. Im Rahmen einer Schottland-Englandreise (u.A. auch Edinburgh und Manchester) haben sich neue interessante Details ergeben! :-)

Wolfgang Künzel vs. James Braid

Die derzeit neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Hypnose ist die "Feldhypnose", der morphogenetische Somnambulismus®, der von Wolfgang Künzel entwickelt wurde. Mittels der Übertragung morphischer Felder wird eine sehr tiefe Hypnose erzeugt, die mit herkömmlicher Techniken weiter geführt werden kann. Diese Entwicklung stellt einen Meilenstein auf dem Gebiet der Hypnose dar! Hypnose ohne Worte, mit Gedankenkraft. In Zusammenarbeit mit Steffi Stange (Elobrain - Akasha Reading® und Akasha Healing® www.kuesta.de) hat Wolfgang Künzel diese Technik bis zur Perfektion verfeinert. Das Ergebnis ist eine völlig neuartige Hypnoseinduktion, die auf uralten, aber erst wieder entdeckten Erkenntnissen beruht und eventuell mit der Quantentheorie erklärbar wird.

To be continued... :-)

Quellennachweis:

Charles Baudouin, Das Wesen der Suggestion, Carl Reissner Verlag Dresden, 1926
Carl Haensel, Franz Anton Mesmer – Leben und Lehre, S. Fischer Verlag Berlin, 1940
G. W. Gessmann, Magnetismus und Hypnotismus, A. Hartleben’s Verlag Wien, ca. 1890
Franz Anton Mesmer, Abhandlung über die Entdeckung des thierischen Magnetismus, Carlsruhe 1781
Auskunft von Prof. Dr. Rüdiger Harnisch, Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft, Universität Passau
H. Schulz und O. Basler, Deutsches Fremdwörterbuch, Erster Band A-R, Verlag von Karl J. Trübner, Straßburg 1913
Reinhold Gerling, Der praktische Hypnotiseur, 17. Auflage von 1922